Infektanfälligkeit bei Kindern

Kinder leiden gerade in den ersten Lebensjahren immer wieder unter Infekten, bis sie eine Immunität gegen verschiedene Krankheitserreger erworben haben und sich eine gesundheitliche Stabilität eingestellt hat.

So ist es normal, dass Kinder bis zum Vorschulalter durchschnittlich sechs bis zehn Infekte pro Jahr durchmachen. Als infektanfällig stuft man Kindern ein, die mehr als einmal im Monat eine Infektionserkrankung erleiden.

Infektabwehr stärken

Gesund und fit durch den Winter

Hatschi! Es ist wieder so weit: Wir stecken mittendrin in der Schnupfenzeit. Kaum einer, der die nasskalte Jahreszeit ohne jedes Anzeichen einer Erkältung übersteht und nicht über laufende Nase, Husten oder Heiserkeit klagt.

Was ist eine Erkältung?

Eine Erkältung ist eine Virusinfektion der oberen Luftwege. Wenn wir in der kühleren Jahreszeit zum Frösteln und Frieren neigen, ist unser Immunsystem geschwächt. Die Viren, die über eine Tröpfcheninfektion, also beispielsweise über den niesenden und hustenden Sitznachbarn in der Straßenbahn, durch Mitschüler, Spielkameraden oder Kollegen, übertragen werden, haben es leichter, die Immunabwehr zu überwinden. Sie befallen zuerst die Nasen- und Rachenschleimhaut. Schnupfen und Halsschmerzen setzen ein, man fühlt sich müde und abgeschlagen, hat möglicherweise leicht erhöhte Temperatur, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen. Solch eine typische Erkältung ist normalerweise harmlos und klingt nach etwa einer Woche wieder ab. Doch die Erkältungsviren können sich auch auf der Bronchialschleimhaut ausbreiten und zu einer akuten Bronchitis führen.

Akute Bronchitis

Die akute Bronchitis ist eine Entzündung der Bronchien. Die Krankheitssymptome unterscheiden sich zunächst nicht von denen einer Erkältung. Jedoch wird nach zwei bis drei Tagen der Husten kräftiger und schmerzhaft und der schleimige Auswurf wird stärker. Oftmals steigt auch das Fieber an und es kann zu Atembeschwerden kommen.

Bronchitis bei Kindern

Um Ihrem Kind eine Asthma-karriere zu ersparen, sollten Sie bei anhaltenden und wiederholten Atemwegserkrankungen unbedingt einen Kinderarzt aufsuchen

Kinder schnappen besonders häufig Erkältungskrankheiten auf, denn ihr Immunsystem ist noch nicht ausreichend gegen die vielen verschiedenen Viren, die Infekte der Atemwege auslösen können, gewappnet. Auch das Risiko, dass sich aus der Erkältung eine akute Bronchitis entwickelt, ist bei Kindern besonders hoch. Wichtig ist, dass jede Atemwegsinfektion gut auskuriert wird. Denn gerade in den ersten Lebensjahren kann aufgrund der noch kleinen Atemwegsdurchmesser aus der akuten Bronchitis eine sogenannte obstruktive Bronchitis werden. Das heißt, es kommt infolge einer erheblichen Schwellung der Bronchialschleimhaut und starker Schleimbildung zu einer deutlichen Verengung (Obstruktion) der Bronchien sowie einer Verkrampfung (Spastik) der Bronchialmuskulatur. Neben anhaltendem Husten macht sich die Verengung der Bronchien durch Kurzatmigkeit bemerkbar. Das Ausatmen ist mitunter von einem leisen Pfeifen begleitet, das der Arzt beim Abhorchen der Lunge deutlich hören kann.

Nach Aussagen von Kinderärzten machen etwa 30 bis 50 Prozent aller Säuglinge und Kleinkinder zumindest eine obstruktive Bronchitis durch, die meisten von ihnen Gott sei Dank ohne anhaltende Auswirkungen auf die Atemwege. Kinder, die jedoch wiederholt unter einer obstruktiven Bronchitis leiden, haben ein deutlich höheres Risiko, später ein Asthma bronchiale zu entwickeln.

Abwehrkräfte stärken

Mit schleimlösenden und hustenstillenden Medikamenten, körperlicher Schonung und viel warmem Tee klingt eine akute Bronchitis meist innerhalb von ein bis zwei Wochen vollständig ab.

Bei einer obstruktiven Bronchitis wird der Arzt bronchienerweiternde Medikamente zur Inhalation oder zum Einnehmen verordnen.

Sie können die Chancen erhöhen, dass Atemwegsinfektionen Ihrem Kind weniger stark zu schaffen machen und es gesund durch den Winter kommt. Mit ein paar einfachen Maßnahmen lassen sich die Abwehrkräfte stärken und das Immunsystem trainieren.

Insbesondere bei infektanfälligen Kindern wird eine Schonung und Pflege der Schleimhäute der Atemwege sowie ein gezieltes Training der Gefäße empfohlen. In den allermeisten Fällen ist die Ursache für eine Infektanfälligkeit bei Kindern eine altersabhängige Unreife des Immunsystems sowie eine Anpassungsschwäche der Haut- und Schleimhautdurchblutung. Die Gefäße reagieren nicht schnell genug auf Temperaturreize. Eine prompte Enger- oder Weiterstellung der Gefäße ist jedoch eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Abwehrzellen der Haut- und Schleimhäute bei Bedarf zur Stelle sind, um Krankheitserreger zu bekämpfen. Regelmäßige kalt-warme Wechselduschen und medizinische Saunagänge sind ein gutes Gefäßtraining, das dabei hilft, diese Schwäche zu beheben.

Da die Schleimhäute gewissermaßen die Eintrittspforte für Erkältungsviren sind, sollte man die Schleimhäute pflegen und dafür sorgen, dass sie nicht austrocknen. Tägliche Nasenspülungen mit physiologischer Kochsalzlösung und Kochsalz-Inhalationen unterstützen ihre natürliche Reinigungsfunktion und beugen Schleimhautschwellungen, übermäßiger Schleimbildung sowie Halsschmerzen und Husten vor.

Neben diesen Maßnahmen gibt es noch einige grundlegende Regeln für den Alltag, die nicht nur Ihrem Kind, sondern auch Ihnen dabei helfen, Abwehrkräfte zu mobilisieren und den Erkältungsviren zu trotzen:

Klimawechsel und Klimakuren in den Reizklimazonen an Nord- und Ostsee härten den Organismus ab. Infektanfällige Kinder profitieren ganz besonders von diesem Training des Immunsystems.

November 2011

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