GINI-Studie – eine Studie zur Allergieprävention

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte und von der Stiftung Kindergesundheit unterstützte Langzeitstudie „GINI – German Infant Nutritional Intervention Study“ untersucht den Einfluss verschiedener Säuglingsmilchen auf die allgemeine Allergieentwicklung.

Hydrolysatnahrungen

Um die allergieauslösenden Eigenschaften von Kuhmilcheiweiß zu reduzieren, werden die Eiweiße in einem speziellen Verfahren, der Hydrolyse, in kleinere Bausteine zerlegt. Die im Handel erhältlichen sogenannten hypoallergenen Säuglingsnahrungen oder kurz HA-Nahrungen unterscheiden sich hinsichtlich der Art der Zerkleinerung des Milcheiweißes.

Über 2.200 gesunde Neugeborene nahmen an der bislang größten Studie zum allergievorbeugenden Effekt verschiedener Säuglingsnahrungen teil. Alle Kinder stammten aus allergisch vorbelasteten Familien und hatten damit ein erhöhtes Allergierisiko.

Nach dem Zufallsprinzip wurde jedem Neugeborenen eine der vier Studiennahrungen zugeordnet, die bei nicht ausreichender Muttermilch gefüttert wurde. Dabei handelte es sich um herkömmliche Säuglingsmilchnahrung auf Kuhmilchbasis sowie drei Hydrolysatnahrungen. Letztere unterschieden sich hinsichtlich der Eiweißquellen (Kasein oder Molke) sowie in der Aufspaltung ihrer Eiweißbausteine, wobei eine der Nahrungen moderat, die beiden anderen stark aufgespalten waren.

Studiennahrungen

  1. herkömmliche Säuglingsmilchnahrung
  2. partielles Molkenhydrolysat
  3. extensives Molkenhydrolysat
  4. extensives Kaseinhydrolysat (ursprünglich therapeutische Spezialnahrung, die zur diätetischen Therapie bei Allergie gegen Kuhmilcheiweiß entwickelt wurde und nun u. U. zur Prävention eingesetzt wird)

Ergebnisse

Empfehlung

  • Das Allergierisiko gefährdeter Säuglinge kann langfristig um bis zu 50 Prozent vermindert werden. Voraussetzung hierfür: Stillen und/oder die Verwendung einer in Studien möglichst ausführlich geprüften HA-Nahrung.

Die Auswertungen der bislang vorliegenden Ein-, Drei- und Sechs-Jahres-Ergebnisse zeigen, dass hypoallergene Säuglingsnahrungen eine sinnvolle Ergänzung zur Muttermilch sind und einen allergievorbeugenden Effekt haben. Es wurden aber auch die beachtlichen Unterschiede der verschiedenen HA-Nahrungen deutlich. So ist der Präventionserfolg abhängig vom Hydrolysat. Eine deutlich messbare Senkung des Risikos für die Entwicklung einer Neurodermitis im Alter von 1, 3 und 6 Jahren konnte vor allem mit zwei der getesteten HA-Nahrungen erzielt werden: der therapeutischen Spezialnahrung und der moderaten HA-Nahrung (siehe Grafik). Demnach kommt es bei HA-Nahrungen nicht darauf an, das Milcheiweiß möglichst stark zu zerkleinern, vielmehr ist entscheidend, dass es an den richtigen Stellen aufgepalten wird.

Die Studie macht deutlich, dass die allergiepräventive Wirkung einer HA-Nahrung in wissenschaftlichen Untersuchungen belegt sein muss.

Um den Langzeiteffekt der HA-Nahrung zu untersuchen, ist ge plant, die Allergieentwicklung bei den an der Studie teilnehmenden Kindern weiter zu beobachten.

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