Sonnenschutz für Kinderhaut: So wird der schädliche Sonnenbrand verhindert

  • Die richtige Kleidung, Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnencreme – und dann auch noch ein Schattenplätzchen! So können Sie den Sommer genießen und Ihr Kind vor Sonnenbelastung schützen.

“Am Donnerstag erwärmt sich die Luft auf 25 bis 28 Grad. Dazu ist es heiter mit viel Sonne und nur wenigen Wolken. Der Wind weht schwach, in Böen mäßig aus nördlichen Richtungen.” Solche Wetterprognosen hören wir gern und freuen uns auf sommerliche Aktivitäten unter blauem Himmel. “Viel Sonne und wenige Wolken …” – Das bedeutet allerdings auch: die Sonnenbrandgefahr steigt. Wer sich jetzt unvorbereitet und ungeschützt längere Zeit im Freien aufhält, riskiert dauerhafte Hautschäden.

Besonders gefährdet ist die empfindliche Kinderhaut, da die Eigenschutzmechanismen der Haut noch nicht vollständig ausgereift sind. Kinderhaut ist noch wenig pigmentiert und auch die sogenannte Lichtschwiele, eine natürliche Verdickung der äußersten Hautschicht, die durch vermehrte UVB- Strahlung entsteht, ist noch nicht entwickelt. Deshalb können die UV-Strahlen nahezu ungehindert einwirken und das Zellgewebe schädigen. Erste Warnzeichen sind leichte Hautrötungen, der Beginn eines Sonnenbrands. Der heilt zwar, ohne sichtbare Spuren zu hinterlassen, nach ein paar Tagen wieder ab, der Schaden tief in der Haut aber bleibt und macht sich erst Jahre später bemerkbar. Nicht nur, dass der Alterungsprozess der Haut beschleunigt ist, sie an Elastizität verliert und Falten zeigt, sondern – was noch schwerer wiegt – das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, ist beträchtlich erhöht.

Sorgen Sie deshalb unbedingt für ausreichenden Sonnenschutz, damit Ihr Kind keinen Sonnenbrand erleidet.

Vermeiden Sie, dass sich Ihr Kind in der direkten Sonne aufhält

Babys dürfen bis zum Ende des ersten Lebensjahres überhaupt nicht der Sonne ausgesetzt werden. Wenn die Kinder älter werden und selbstständig im Sommer draußen spielen, sollten Sie dafür ein Schattenplätzchen aussuchen. Zwischen 11 und 15 Uhr ist die UV-Strahlung am stärksten. Aus gutem Grund halten die Südländer dann Siesta. Wir sollten es ihnen gleichtun und zur Mittagszeit die Sonne meiden.

Schützen Sie die Haut durch geeignete Kleidung

Ein weißes T-Shirt oder Baumwollhemd hat einen UV-Schutzfaktor von 10 (UV-Protection-Factor (UPF) = 10). Das bedeutet, es lässt nur noch etwa ein Zehntel der UV-Strahlung durch. Deutlich effektiver sind spezielle UV-Schutztextilien mit UPF-Werten von 80. Diese Kleidung ist mit dem Prüfsiegel “UVStandard 801” gekennzeichnet. Ihr Kind sollte diese Kleidung auch beim Planschen und Baden tragen, da durch die Reflexion des Wassers die Strahlenintensität besonders hoch ist.

Geduldiges Eincremen ist nicht jedermanns Sache. Sonnencreme für Kinder sollte sich gut verteilen lassen und kein klebriges Gefühl auf der Haut hinterlassen.

Ob Hut, Kappe oder Tuch – lassen Sie Ihr Kind nicht ohne Kopfbedeckung in die Sonne.
Wichtig ist, dass Krempe oder Schirm groß genug sind, um Gesicht und Nacken ausreichend abzudecken.

Nicht nur die Haut, auch die empfindlichen Augen müssen geschützt werden.
Die Pigmente, die dem Auge einen natürlichen Eigenschutz verleihen, sind ebenfalls noch nicht vollständig entwickelt, so dass die UV-Strahlen direkt auf die Netzhaut gelangen und schneller zu Entzündungen der Binde- und Hornhaut führen können. Davor schützen Kindersonnenbrillen mit UV-Filter.

Bevor es raus in die Sonne geht, muss Ihr Kind mit einem kindgerechten Sonnenschutzmittel eingecremt sein

Verwenden Sie Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor und achten Sie darauf, dass sowohl UV-B- als auch UVA- Strahlen gefiltert werden. Sonnenschutzmittel gibt es in verschiedenen Formulierungen, z. B. als Creme, Lotion, Spray oder Gel. Empfehlenswert für die eher trockene Kinderhaut sind feuchtigkeitsspendende Produkte. Sonnengele sind weniger geeignet, da sie die Haut leichter austrocknen. Außerdem sollten die Sonnenschutzmittel auf Konservierungs-, Farb- und Duftstoffe sowie PEG-Emulgatoren verzichten und auf Basis pflanzlicher Öle hergestellt sein. Für Kinder, die gern im Wasser toben, sollten Sie ein wasserfestes Sonnenschutzmittel auftragen.

Wenn Sie sich an diese wichtigsten Sonnenschutzregeln halten, steht den sommerlichen Freizeitvergnügen nichts mehr im Wege. Und da Ihre Kinder sicherlich nicht alleine unterwegs sein werden, schützen Sie auch Ihre Haut und denken Sie daran, ein gutes Vorbild für den richtigen Umgang mit der Sonne zu sein.

Wie wirken Sonnenschutzmittel?

  • Sonnenschutzmittel enthalten Substanzen, die die Wirkung der UV-Strahlung abschwächen. Man unterscheidet dabei zwischen chemischen (organischen) und physikalischen (mineralischen) Lichtschutzfiltern.
  • Chemische Filter sind organische Verbindungen, die in der Lage sind, UV-Strahlung aufzunehmen und in andere Energieformen (z. B. Wärme) umzuwandeln. Je nach Zusammensetzung werden sowohl UV-B- als auch UV-A-Strahlen absorbiert. Wenn die Filtersubstanzen nach einigen Stunden “verbraucht” sind, verlieren die Sonnenschutzmittel ihre Wirksamkeit, d. h., es muss regelmäßig nachgecremt werden. Bei empfindlichen Menschen können die Abbauprodukte, die durch die Reaktion der Strahlung mit den Filtersubstanzen entstehen, allergische Reaktionen auslösen.
  • Physikalischer Lichtschutz beruht auf dem Prinzip der Reflexion. Den Sonnenschutzmitteln sind Partikel der Pigmente Titanoxid oder Zinkoxid beigefügt, die dafür sorgen, dass die Strahlen reflektiert oder gestreut werden und gar nicht erst in tiefere Hautschichten eindringen. Bei entsprechender Schichtdicke lässt sich so die UV-Strahlung nahezu komplett abblocken (Sunblocker). Der Nachteil: Die Creme hinterlässt einen weißen Film auf der Haut. Um diesen “Weißeffekt” zu minimieren, werden winzig kleine sogenannte Nanopartikel verwendet. In vielen Bereichen gilt der Einsatz von Nanopartikeln als problematisch, weil man noch zu wenig über ihre Wirkung im menschlichen Organismus weiß. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat die Verwendung von Nanopartikeln aus Titanoxid und Zinkoxid in kosmetischen Produkten als gesundheitlich unbedenklich eingestuft, da die Partikel in den oberen Hautschichten verbleiben und nicht in den Organismus gelangen.